Ich habe mir, als ich anfing diesen Blog zu schreiben, vorgenommen, dass ich ihn wie ein Tagebuch handhaben will. (Mal von den Kommentaren abgesehen ^^)
Ich wollte Sachen, die mich bewegen, festhalten und mich so auch in Jahren noch daran erinnern können. Aus eben diesem Grund schreibe ich nicht nur die schönen und lustigen Dinge nieder. Ich will auch alles andere festhalten.
Manche Menschen können nichts mit Tieren anfangen. Viele Leute haben vor Tieren Angst. Ich selber habe Angst vor großen Fischen, was - zugegeben - lustig klingt, in Wirklichkeit aber gar nicht lustig ist. Es ist eben so. Tierliebe ist nicht in jedem von uns verankert. Das ist auch überhaupt nicht schlimm. Solange natürlich keine Tiere umgebracht oder gequält werden, weil man sie nicht mag oder ekelig findet.
Mir liegt die Tierliebe im Blut. Zwar wollte ich als kleines Mädchen nie Tierärztin werden aber meine Oma hat früher Hunde gezüchtet und wir hatten selbst zwei Katzen, Vögel , Hamster und (kleine) Fische.
Kurz nach Opas Tod hatte sich Oma dazu entschieden, sich wieder einen Hund zu zulegen.Opa hatte keinen mehr gewollt, deshalb hatten sie vor Jahren mit dem Züchten aufgehört. Aber Oma wollte nicht allein sein und brauchte jemanden zum reden. Jemanden, der immer da ist.
Als wir Mira abholten habe ich mich sofort in sie verliebt. Sie kam in das Zimmer gestürmt, an den anderen vorbei, auf mich zu und hat mich ... nunja. Neudeutsch würde man wahrscheinlich sagen umgepogt. So lagen wir auf dem Boden und sie schleckte mein Gesicht ab. Und als wir nach hause fuhren saß sie auf meinem Schoß.
Für meine Oma war sie gleich von Anfang an ein Segen. So quirlig und aufgedreht, wie ich selten einen Hund erlebt habe, wirbelte sie durch unser Leben und brachte uns mindestens so oft zum lachen wie zum schimpfen. Auch ich habe sie damals sehr gebraucht. Oft hat sie, wenn Oma im Urlaub war und sich meine Eltern wieder stritten, in meinem Zimmer geschlafen. Dann kam sie zu mir und tröstete mich. Sie war endlich jemand, der mich so bedingungslos liebte, wie ich es bis dahin nur von meiner Familie kannte, weil ich sehr früh schon gemobbt wurde. Aber das ist eine andere Geschichte.
Heute, 11 Jahre später, liegt sie in Aachen in der Tierklinik und es ist nicht sicher, ob sie es überleben wird. Die vorläufige Diagnose lautet Darmkrebs. Meine Oma ist völlig aufgelöst. Mira ist ihr Leben. Sie gehört so fest zu uns, dass ich es mir nicht vorstellen kann, nicht mehr mit ihr in den Wald zu gehen, zu toben und zu rennen.
Meine heutige Frage an euch ist: bin ich seltsam oder kennt ihr das auch, ein Tier so sehr zu lieben?
Ich würde mich freuen, wenn ihr uns die Daumen drückt, dass sie es schafft.
Daumen drücken werde ich auf jeden Fall - mit Tieren kenne ich mich allerdings nicht so aus. Wir hatten fiese Kaninchen und danach nie wieder ein Haustier. Meine zukünftigen Schwiegereltern allerdings haben einen Cockerspaniel und mittlerweile mag ich die Kleine auch wirklich gern ... aber wenn man nicht damit aufgewachsen ist, ist das doch immer noch etwas anders, merke ich häufig.
AntwortenLöschenIch kann mir sehr gut vorstellen wie es dir da geht. Einen Hund hatten wir zwar nie aber immer Katzen. Im Moment haben wir auch zwei und ich kann mir ein Leben ohne die beiden gar nciht mehr vorstellen!
AntwortenLöschenLG und ich hoffe Mira geht es bald besser
Meine Familie hat einen Blindenhund aufgezogen und größtenteils auch ausgebildet, bis er zu einer richtigen Ausbilderin kam. Wir hatten sie fünfzehn Monate und natürlich gehörte sie voll zur Familie. Allerdings hatten wir immer im Hinterkopf, dass wir sie eines Tages abgeben müssen, damit sie zu einem Blinden kann.
AntwortenLöschenNatürlich hatte unser Alltag ein großes "Loch", aber wir sind darüber hinweg gekommen, weil wir wussten, sie ist ja nicht aus der Welt oder tot, sondern nur bei einem anderen Besitzer, der sie BRAUCHT. Natürlich ist das etwas anderes als wenn ein Tier stirbt, aber ich kann gut nachvollziehen, wie es ist, wenn dieser Familienteil fehlt.
Seit gestern haben wir einen neuen Welpen, der wieder für fünfzehn Monate bei uns lebt. natürlich ersetzt er unsere Zuma nicht ganz, aber wir lieben sie schon jetzt sehr und geniessen es mit ihr.
ich hoffe, euer Hund überlebt seine schwere Krankheit. ich drücke euch alle verfügbaren Daumen!
Hey, Danke für eure lieben Kommentare! Leider mussten wir Mira gestern einschläfern lassen. ER war nicht nur Krebs sonder auch irgendetwas anderes, weshalb sie kaum noch Blut produziert hat. Darum konnte sie auch irgendwann nicht mehr so gut atmen. Wir wollten sie nicht länger quälen..
AntwortenLöschenMeine Oma, meine Eltern und ich sind natürlich furchtbar traurig, vorallem, weil jetzt alles in ganz kurzer Zeit passiert ist, aber wir wissen, dass es so besser ist.
Nochmals Danke!