Freitag, 30. Dezember 2011

Fiktive Gespräche

Ihr kennt das sicherlich: man überlegt sich Dinge, die man demjenigen sowieso niemals sagen wird. Oder man überlegt sich, wie ein Gespräch verlaufen soll und es verläuft absolut nicht so. Ich bin die Meisterin der nicht geführten Gespräche, weil ich es nie schaffe, mich so auszudrücken, wie ich das eigentlich will. x) 
Und deshalb will ich einmal hier los werden, was ich seit Wochen sagen will, weil ich immernoch mit meiner besten Freundin Streit habe. Auch, wenn sie es nie lesen wird:



Blair. Wir waren nie beste Freundinnen. Immer haben das alle von uns angenommen. Wir haben gelacht und gesagt, dass beste Freundinnen im letzten Krieg gestorben sind, weil wir schon so oft enttäuscht wurden. 
Aber irgendwo zwischen Freundinnen, die zu Feindinnen wurden, Ex-Freunden und Schule wurden aus uns dann doch beste Freundinnen. Mehr noch. Inzwischen gehörst du zu meiner Familie. Wir sind füreinander so selbstverständlich und natürlich geworden, dass du einfach auf unserem Sofa einschläfst und ich mich durch deinen Kleiderschrank wühle.
Grade deshalb bricht mir unser Streit fast das Herz. 
Beste Freundinnen sollten immer über alles miteinander sprechen können. Leider ist das mit dir nicht immer möglich. In manchen Dingen ist deine Sichtweise einfach so festgefahren, dass ich mich nicht traue, mit dir darüber zu sprechen, weil du meistens einfach den mahnenden Zeigefinger auspackst. Wenn ich mit irgendeinem wildfremden Typen geschlafen hat sollte deine erste Fragen sein, wie es war und nicht ob ich mir wirklich sicher bin, dass das das richtige war. Durch deine Erfahrungen mit Manuel müsste dir doch eigentlich inzwischen klar sein, dass die Welt nicht schwarz und weiß ist. Es wäre schön, wenn es so wäre aber nein, die Welt ist weder weiß noch schwarz sondern grau. Matschiges grau, wenn du mich fragst. 
Ja. Was Caro gemacht hat war nicht schön und vielleicht hätte ich es dir wirklich sagen sollen aber kannst du denn nicht auch verstehen, dass ich ihr nicht in den Rücken fallen konnte? Ich saß zwischen den Stühlen, unfähig das Richtige zu tun. Ich habe mich dafür entschieden dir nichts zu sagen, weil ich vermeiden wollte, dass passiert, was nun eben passiert ist. 
Du, Caro und ich. Wie viele Nächte haben wir zusammen auf dem Sofa gesessen und Filme geguckt? Wieoft haben wir über Gott und die Welt geredet? Wie sehr haben wir an Caro's Seite geweint, als ihre Mutter starb? Caro,Blair & Linda. So war es doch schon immer. Und nun soll damit Schluss sein? Nein. Das halte ich einfach nicht für richtig. Männer hauen sich in solchen Fällen auf die Fresse und dann ist alles wieder gut. Und überhaupt bist du auf ihn wahrscheinlich nicht halb so sauer wie auf sie. 
Behinderter Girlie-Codex. Weißt du, warum es "Girlie" heißt? Ganz einfach: weil dieser Kram etwas für kleine Mädchen ist. Die haben keinen Sex, wahrscheinlich nichtmal feste Freunde. Für sie geht es dann eher darum, dass man nicht weitererzählen darf, in wen man verliebt ist. Inzwischen finde ich den ganzen Kram einfach nur schwachsinnig. 
Ich finde, wir sollten zusammen halten und uns nicht Streiten, nur wegen irgendeinem daher gelaufenen Penis.
Ich hab dich lieb.

Dienstag, 27. Dezember 2011

Tierliebe.

Ich habe mir, als ich anfing diesen Blog zu schreiben, vorgenommen, dass ich ihn wie ein Tagebuch handhaben will. (Mal von den Kommentaren abgesehen ^^)
Ich wollte Sachen, die mich bewegen, festhalten und mich so auch in Jahren noch daran erinnern können. Aus eben diesem Grund schreibe ich nicht nur die schönen und lustigen Dinge nieder. Ich will auch alles andere festhalten.

Manche Menschen können nichts mit Tieren anfangen. Viele Leute haben vor Tieren Angst. Ich selber habe Angst vor großen Fischen, was - zugegeben - lustig klingt, in Wirklichkeit aber gar nicht lustig ist. Es ist eben so. Tierliebe ist nicht in jedem von uns verankert. Das ist auch überhaupt nicht schlimm. Solange natürlich keine Tiere umgebracht oder gequält werden, weil man sie nicht mag oder ekelig findet.

Mir liegt die Tierliebe im Blut. Zwar wollte ich als kleines Mädchen nie Tierärztin werden aber meine Oma hat früher Hunde gezüchtet und wir hatten selbst zwei Katzen, Vögel , Hamster und (kleine) Fische.

Kurz nach Opas Tod hatte sich Oma dazu entschieden, sich wieder einen Hund zu zulegen.Opa hatte keinen mehr gewollt, deshalb hatten sie vor Jahren mit dem Züchten aufgehört. Aber Oma wollte nicht allein sein und brauchte jemanden zum reden. Jemanden, der immer da ist.
Als wir Mira abholten habe ich mich sofort in sie verliebt. Sie kam in das Zimmer gestürmt, an den anderen vorbei, auf mich zu und hat mich ... nunja. Neudeutsch würde man wahrscheinlich sagen umgepogt. So lagen wir auf dem Boden und sie schleckte mein Gesicht ab. Und als wir nach hause fuhren saß sie auf meinem Schoß.

Für meine Oma war sie gleich von Anfang an ein Segen. So quirlig und aufgedreht, wie ich selten einen Hund erlebt habe, wirbelte sie durch unser Leben und brachte uns mindestens so oft zum lachen wie zum schimpfen. Auch ich habe sie damals sehr gebraucht. Oft hat sie, wenn Oma im Urlaub war und sich meine Eltern wieder stritten, in meinem Zimmer geschlafen. Dann kam sie zu mir und tröstete mich. Sie war endlich jemand, der mich so bedingungslos liebte, wie ich es bis dahin nur von meiner Familie kannte, weil ich sehr früh schon gemobbt wurde. Aber das ist eine andere Geschichte.

Heute, 11 Jahre später, liegt sie in Aachen in der Tierklinik und es ist nicht sicher, ob sie es überleben wird. Die vorläufige Diagnose lautet Darmkrebs. Meine Oma ist völlig aufgelöst. Mira ist ihr Leben. Sie gehört so fest zu uns, dass ich es mir nicht vorstellen kann, nicht mehr mit ihr in den Wald zu gehen, zu toben und zu rennen. 

Meine heutige Frage an euch ist: bin ich seltsam oder kennt ihr das auch, ein Tier so sehr zu lieben?
Ich würde mich freuen, wenn ihr uns die Daumen drückt, dass sie es schafft.

Mittwoch, 21. Dezember 2011

Bestätigung.

Letzte Nacht hatte ich wiedermal ein langes Gespräch mit meinem besten Freund Max. Nunja. Eigentlich redete er und ich hörte zu. Manchmal muss sich eben auch ein Mann ausheulen können.

In diesem besagten Gespräch ging es darum, dass es Momentan nicht so läuft wie er sich das Vorstellt. Das Studium lief nicht, er vermisste seine Freunde (wir haben uns auch schon seit 3 Wochen nicht mehr gesehen) und er war grade bei einem Mädchen abgeblitzt. Schon wieder.

Sowas nagt natürlich besonders an einem. Grade, wenn alles andere auch nicht besonders gut läuft. Denn - das wissen wir alle - wir wollen immerzu neue Bestätigung. Wir wollen, dass die geleistete Arbeit genügend geschätzt wird und dass andere uns attraktiv finden. Das kann jeder Mensch auf der Welt bestätigen. Zumindest wenn er ehrlich ist. Wenn jemand behauptet, er fände es nicht toll, gelobt zu werden, dann lügt er.

Allerdings stellt sich dann die Frage: Warum? Warum ist Bestätigung so wichtig für uns?

Selbst für Menschen, die mit sich im reinen sind, die nichts an sich verändern wollen würden ist es wichtig, dass sie von anderen Bestätigt werden. --- Warum?

Nun. Da dies noch nicht wirklich Teil meiner Psychologie Vorlesung war versuche ich es mal auf meine Art:

Nehmen wir an, wir hätten uns im Job für eine Sache ziemlich angestrengt. Man hat also Zeit dafür investiert, vielleicht hat mich sich überwinden müssen, dass man länger bleibt oder noch einmal mit dem unfreundlichen Kunden telefoniert. Das alles produziert Stress. Die Endorphin Ausschüttung ist gering. -es sei denn natürlich mein ist ein Workoholic -
Wenn es dann passiert, dass unser Chef uns lobt, wird das Gehirn schlagartig von Endorphienen überrollt. Leider hält dieser Zustand nicht besonders lang an, weshalb man gerne erneut gelobt werden will.

...

Allerdings kann es auch sein, dass das alles anders Abläuft. Ich bin nur ein Erstsemester. Fragt mich in einem Jahr nochmal :P



P.S. Wo wir grade über Bestätigung reden. Es würde mich riesig freuen, wenn ihr ein Kommentar da lasst und/oder euch als Leser eintragt! <3

Freitag, 16. Dezember 2011

Streit.

Streit. Dieses Wort zieht sich momentan durch mein Leben.

Ich weiß nicht warum, aber aus irgendeinem Grund streiten momentan alle Menschen um mich herum miteinander oder mit mir. 

Da hätten wir einmal Blair, meine beste Freundin. Sie ist sauer auf mich, weil unsere gemeinsame Freundin Caro mit ihrem ex-Freund geknutscht hat und ich davon wusste, ihr allerdings nichts erzählt habe. Und auf Caro ist sie natürlich auch stink wütend. Tja, und ich stehe in der Mitte zwischen den beiden. Wenn ich ihr etwas gesagt hätte, wäre ich ja Caro in den Rücken gefallen. Dabei wollte ich mich eigentlich einfach nur raushalten. Ging aber nicht.

Girlie-Codex und so.

Jedenfalls war das nicht das erste mal, dass Caro das gemacht hat und als Blair es das letzte Mal herrausgefunden hat, hat sie 3 Monate nicht mehr mit Caro geredet. Gut. ich verstehe ja, dass Blair ein kleines bisschen sauer ist. Ich fände es im ersten Moment wahrscheinlich auch nicht so toll, wenn eine meiner Freundinnen mit meinem ex-Freund rumknutschen würde. 

Aber: Blair war nur 3 Wochen mit diesem gewissen Ex zusammen & hat nicht mir ihm geschlafen und das vor 3 Jahren.
Ich persönlich denke, dass Blair überreagiert. Klar, das ganze ist nicht ganz die feine englische Art aber meiner Meinung nach ist es auch kein Grund, mehrere Monate nicht mehr mit einer der besten Freundinnen zu reden. 
Was denkt ihr?

Davon abgesehen haben auch meine Eltern momentan pausenlos Streit. Wenn nicht miteinander, dann mit mir. Pünktlich, jedes Jahr zu Weihnachten beginnt es von neuem und jeden zweiten Tag wird gestritten. (Der Grund, warum ich Weihnachten eigentlich nicht mag.) Irgendetwas gibt es immer, über das man sich aufregen kann. Und anstatt gemeinsam über das zu reden, was einen stört wird gleich losgebrüllt. Aber ehrlich, wer von uns setzt sich schon mit seinem Gegenüber hin und versucht in einem ruhigen Umgangston zu erklären, was ihn stört? Hand aufs Herz! 
Keiner von uns tut das, weil es auch bedeuten würde, sich die Gegenseite genau anhören zu müssen und eventuelle Fehler auf der eigenen Seite einzugestehen. Das will man dann aber nicht, weil man sich selbst vollkommen im Recht sieht. Und wenn der Streit nicht so läuft, wie man selbst das erwartet hat, schaltet man eben einfach auf Stur und ignoriert den Gegenüber. Dabei kann man auch wahlweise abwinkende Gestiken machen und wütend aus dem Zimmer laufen ohne den anderen ausreden zu lassen.

Andererseits wirkt sich streiten manchmal auch durchaus positiv auf uns aus. Im Streit können wir alles raus lassen, was uns vorher gestört hat und wir uns nicht getraut haben zu erwähnen. Streiten macht uns Luft, lässt uns wieder atmen und klar denken. Dies ist allerdings nur der Fall, wenn wir auch bereit sind, über die Standpunkte des anderen nachzudenken und eventuell einen Kompromiss zu finden.

Wer immer nur auf seinem eigenen Standpunkt beharrt und sie nie die Gegenseite anhört, wird so einige Freunde verlieren.

In diesem Sinne,
noch eine besinnliche Weihnachtszeit.